Info-Brief der “Vereinigten Metzger/Fleischer Deutschlands” September 2011

Jahrestreffen von „Wurst und Pelle“ e.V. beschließt bundesweite Etablierung von Wurst over IP

Der Verein Deutscher Fleischer und Wurstmacher „Wurst und Pelle“ e.V.hielt am vorvergangenen Wochenende, wie in jedem Jahr seit der Gründung 1961 in Dippoldiswalde, in Bad Gottleuba-Berggießhübel seine 50. Jahreshauptversammlung ab.

Das Jubiläums-Programm setzte sich aus der Bekanntgabe von kumulierten Umsatzzahlen der im „Wurst und Pelle“ e.V. organisierten Betriebe, Reden der Vorsitzenden Holger Pannhas und Vincent Kalb-Sbries und aus Diskussionsrunden und Workshops  zusammen.

Das diesjährige Hauptaugenmerk der Diskussionsrunden und Workshops lag besonders auf dem Herausarbeiten von allgemeinen Strategien zur besseren Platzierung deutscher Wurtsmacher-Wurst in der Konsumgesellschaft.

Die deutsche Wurstmacher-Wurst hatte, als Hauptprodukt deutscher Metzgereien, im vergangen Geschäftsjahr ca. 4,53% Markanteil eingebüßt. Sie wurde verdrängt von der intelligenten und zum Teil selbst servierender, meist in Osteuropa produzierten, Wurstschnittware in den Supermärkten. Wurstmarkt-Analysten vermuten hinter dem Zuwachs beim Kauf von intelligenter und zum Teil selbst servierender Wurstschnittware, das wachsende Interesse an neuen und high-technischen Produkten, dass auch vor dem geneigten Wurstkäufer nicht Halt macht.

Nach dieser Darstellung der Fakten fanden sich die Teilnehmer der  Versammlung zu verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen, in denen an konkreten Strategien zur Eindämmung dieser Problematik im Alltag deutscher Metzger und Fleischer gearbeitet wurde.

In einer  großen Diskussionsrunde fanden sich dann alle Gruppen zusammen, um die erarbeiteten Strategien vorzustellen und über die zu entscheiden, welche dann für Vereinsmitglieder verbindlich vor Ablauf eines Geschäftsjahres umzusetzen sind.

Vorgestellt und ins Pflichtprogramm aufgenommen wurden unter anderen folgende Strategien:

Für alle Mitglieder verbindlich, weil an wenige Umgebungsvoraussetzungen geknüpft, ist das Abhalten von sechs Kreativabenden zum Thema Wurst- und Fleischereiwaren. Zwei Themen im Jahr sind vorgegeben, um Wettbewerb und Chancengleichheit aufrecht zu erhalten, die weiteren vier Themen sind frei wählbar.

Die vorgegeben Themen sind „Collagen zu jedem Anlass mit buntem Aufschnitt“, hier soll besonders der Erhalt antiquierter Aufschnittsorten wie „Ei-Champignon-Aufschnitt“ gefördert werden, da sie sich Aufgrund ihrer farbenfroher Erscheinung besonders gut für fröhliche Aufschnitt-Collagen eigenen, und „Haarschmuck aus der Rinderoberschale“. Mit dem Aufzeigen der Möglichkeiten, die ein abgekochter Rinderknochen bietet, soll das Bewusstsein des Metzgereikunden auch auf besondere Schnitte aus dem ganzen Rind aufmerksam gemacht werden und das Zurückschrecken vor echten Knochen im Braten vermindert werden.

Die zweite vorgestellte und in das „Programm zur besseren Marktplatzierung der Wurstmacher-Wurst in der Konsumgesellschaft“  aufgenommene Strategie, ist weitaus revolutionärer und deswegen auch vorerst nicht in dem Maße verbindlich wie die Kreativabende.

Es handelt sich hierbei um das sensationelle Konzept von Wurst-over-IP, kurz WuIP. Bei WuIP wird sich der „Wurst und Pelle“ e.V. modernster Technik bedienen, um Marktanteile gut zu machen.

WuIP bedeutet für den Metzgerkunden, nie mehr Schlange stehen für die Gute-Nacht-Wienerle oder Sonntags Mittags nach dem obligaten Kirchenbesuch den Heißhunger mit Muttis pappigem Aranca-Dessert befriedigen müssen.

Der Kunde muss nur in der Metzgerei seiner Wahl einen WuIP-Vertrag abschließen und bekommt bei Vertragsabschluß eine individuelle IP-Adresse (Internet(-Wurst-)Protocol) und eine Empfangsmodul für den heimischen Kühlschrank. Dieses Empfangsmodul, das sog. Wu-I-Küh, verfügt in jedem Fall über einen Stromanschluss und je nach Ausführung entweder über einen Ethernetport oder eine Wlan-Anbindung und einem direkt angeschlossenen Vakuum-Einschweißer für frische Wurstwaren. Nach dem das Wu-I-Küh montiert und mit dem Internet verbunden wurde,  kann es auch schon losgehen:

Die gewünschte Wurst wird über das, im Wu-I-Küh integrierte, Kühlschrankfrontend in der gewünschten Menge und Darreichungsform bestellt und die Anforderung über IWP abgesendet. Die Metzgerei erhält den Auftrag und versendet die Bestellung vollautomatisch ebenfalls per IP.

Wird die maximal Paketgröße überschritten, wird die Bestellung in mehrere kleinere Pakete unterteilt und noch im Wu-I-Küh wieder zusammengesetzt. Sollte mal ein Paket verloren gehen, wird selbstverständlich umgehend für Ersatz gesorgt. So kommt in Zukunft die gewünschte Wurst zu jeder Tages- und Nachtzeit in der gewünschten Darreichungsform zum Kunden.

Bei der Tarifwahl wird sich der „Wurst und Pelle“ e.V. an ein einfaches 3-Stufen-Modell halten:

Es gibt einen Volumentarif, bei welchem pro übertragenem Gramm abgerechnet wird. Dieser Tarif ist besonders für Wenignutzer interessant und ist sehr variabel, da er alle drei Kilo gekündigt werden kann.

Desweiteren gibt es ein Flatrate, die einen Pauschalpreis für monatlich übertragen Wurstwaren bietet und eine Full-Flatrate, die auch etwaige Mehrkosten, die entstehen können, wenn keine ausreichende Bandbreite zur Verfügung steht und die etwas breiteren Wurstwaren auf Leitungsstärke gestreckt werden müssen, abdeckt.

Bis Mitte 2012 soll die WuIP-Penetration in bundesdeutschen Gebieten über 55 Mio. Haushalten liegen.

Damit wäre auch der „Wurst und Pelle“e.V. in der 2.0-Gesellschaft angekommen und kann hoffentlich bald Dank WuIP und Metzgerwesen 2.0 ein Wachstum verbuchen.

Die Jubiläums-Jahreshauptversammlung 2011 des Vereins Deutscher Fleischer und Wurstmacher „Wurst und Pelle“ e.V. fand ihren Abschluss in einer rauschenden Ballnacht, bei der bunte Aufschnitt-Kanapees geboten wurde und die Band „Harry in the Slaughterhouse“ für Stimmung sorgten.

Nächstes Jahr findet die Jahreshauptversammlung des Vereins Deutscher Fleischer und Wurstmacher „Wurst und Pelle“ e.V. am dritten Oktoberwochenende in Uebigau-Wahrenbrück statt. Anmeldungen werden ab Dezember 2011 entgegen genommen.

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